Der Goldpreis liegt aktuell bei rund 3.700 Euro je Feinunze. Das ist weniger als beim Höchststand Ende 2025, aber immer noch mehr als das Dreifache von vor zehn Jahren. Kein Wunder, dass viele in ihre Schubladen schauen und sich fragen: Was ist das alte Zeug eigentlich wert?
Die gute Nachricht: Eine grobe Einschätzung können Sie mit einem Taschenrechner selbst machen. Wie das geht, zeigen wir Ihnen hier.
Schritt 1: Gewicht und Feingehalt klären
Sie brauchen zwei Angaben: das Gewicht des Schmuckstücks in Gramm (eine Küchenwaage mit Grammanzeige reicht für eine erste Schätzung) und den Feingehalt. Was die Stempel auf Ihrem Schmuck bedeuten, haben wir in einem eigenen Beitrag erklärt: Punzierungen verstehen. Dort steht auch, was Sie tun können, wenn gar kein Stempel zu finden ist.
Schritt 2: Den Preis für ein Gramm Feingold bestimmen
Der Goldpreis wird in Feinunzen angegeben. Eine Feinunze entspricht 31,1 Gramm. Teilen Sie den Kurs also durch 31,1:
3.700 € ÷ 31,1 g ≈ 119 € pro Gramm Feingold
Das ist der Preis für reines Gold (999). Ihr Schmuck besteht aus einer Legierung, deshalb geht es im nächsten Schritt weiter.
Schritt 3: Den Feingehalt einrechnen
Multiplizieren Sie den Gramm-Preis mit dem Feingehalt. Hier ein Überblick auf Basis von etwa 119 Euro je Gramm Feingold:
| Stempel | Goldanteil | Materialwert pro Gramm | Beispiel: 10 Gramm |
|---|---|---|---|
| 333 | 33,3 % | ca. 40 € | ca. 400 € |
| 585 | 58,5 % | ca. 70 € | ca. 700 € |
| 750 | 75 % | ca. 89 € | ca. 890 € |
Wichtig: Das ist der Materialwert bei einem Kurs von 3.700 Euro. Der Betrag, den Sie beim Verkauf bekommen, liegt bei jedem Händler etwas darunter, weil Aufwand und Kosten für Prüfung, Einschmelzen und Weiterverkauf dazukommen. Ein seriöser Händler erklärt Ihnen, wie er rechnet. Die Beispiele sind nur eine Orientierung.
Und was ist mit Zahngold oder Bruchgold?
Bei Bruchgold, also gerissenen Ketten, einzelnen Ohrringen oder verbogenen Ringen, rechnen Sie genauso. Der Zustand spielt für den Materialwert keine Rolle. Bei Zahngold schwankt der Goldanteil stark, weil es oft mit anderen Metallen legiert ist. Hier hilft nur eine Messung. Wie das zerstörungsfrei funktioniert, lesen Sie im Beitrag Säuretest, Ultraschall und Röntgen.
Verkaufen oder abwarten?
Nach dem Rekord und dem Rückgang stellen sich viele diese Frage. Eine Vorhersage können wir Ihnen nicht geben, das kann niemand seriös. Sie können sich aber an ein paar Überlegungen orientieren:
- Brauchen Sie das Geld oder den Platz? Wenn Schmuck ungenutzt in der Schublade liegt, ist das Gold dort totes Kapital.
- Hängt Ihr Herz daran? Erbstücke mit persönlichem Wert müssen nicht verkauft werden, nur weil der Kurs hoch ist.
- Geht es um viel oder wenig? Bei kleinen Mengen lohnt das Warten auf den perfekten Zeitpunkt selten. Bei größeren Mengen kann es sinnvoll sein, in Etappen zu verkaufen.
- Wollen Sie anlegen? Dann gelten andere Maßstäbe als beim Verkauf von Altgold. Hier hilft ein persönliches Gespräch.
Wer es eilig hat, muss sich nicht an Tageshochs orientieren. Der Preis schwankt, deshalb gibt es kein „richtig“ oder „falsch“.
Wie läuft der Verkauf ab?
Sie bringen Ihr Gold mit, wir wiegen und prüfen es vor Ihren Augen und nennen Ihnen den Preis samt Berechnung. Sie können in Ruhe überlegen und müssen nicht sofort zusagen. Bei Barzahlung gelten gesetzliche Grenzen. Wie das beim Kauf funktioniert, steht im Beitrag zum Tafelgeschäft.
Fazit
Mit Gewicht, Feingehalt und Tageskurs können Sie den Materialwert Ihres Altgolds grob selbst bestimmen. Die genaue Bewertung machen wir gern vor Ort. Kommen Sie einfach in unserem Geschäft in Bad Tölz vorbei, die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Auch im Umland sind wir für Sie da, zum Beispiel für den Goldankauf in Geretsried, am Tegernsee und Holzkirchen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Edelmetallpreise schwanken, alle Rechenbeispiele dienen nur der Orientierung.