Beim Ausräumen eines alten Hauses oder einer Wohnung taucht es häufig auf: ein komplettes Besteckservice, das seit Jahren in einer Schublade liegt. Vielleicht stammt es von den Großeltern, vielleicht wurde es über mehrere Generationen weitergegeben. Oft ist gar nicht mehr bekannt, ob es sich tatsächlich um Silber handelt oder nur um versilbertes Besteck.
Gerade bei Haushaltsauflösungen im bayrischen Oberland kommen solche Funde immer wieder vor. Und selbst wenn das Besteck nicht mehr zum eigenen Haushalt passt, lohnt es sich, vor dem Wegwerfen oder Verkaufen genauer hinzusehen.
Doch woran erkennt man echtes Silber? Was bedeuten Stempel wie 800, 835 oder 925? Und warum lässt sich der Wert eines Bestecksets nicht einfach anhand des Gesamtgewichts bestimmen?
Die Punze verrät viel über das Material
Der erste Blick sollte auf die sogenannten Punzen oder Stempel gehen. Sie befinden sich häufig auf der Rückseite des Bestecks, an den Griffen oder an anderen unauffälligen Stellen.
Bei Silber geben Zahlen wie 800, 835 oder 925 Auskunft über den Silberanteil. Die Zahl 800 bedeutet beispielsweise, dass 800 von 1.000 Teilen aus Silber bestehen. Bei 925 sind es entsprechend 925 von 1.000 Teilen.
Ein paar Beispiele:
- 800: 80 Prozent Silber
- 835: 83,5 Prozent Silber
- 925: 92,5 Prozent Silber
Daneben können sich weitere Zeichen, Herstellerstempel oder Symbole finden. Gerade bei älterem Besteck sind diese allerdings nicht immer leicht zu erkennen. Ein kleiner Stempel auf der Rückseite kann schnell übersehen werden. Auch bei Gold gibt es vergleichbare Prüfverfahren.
Silber oder nur versilbert?
Hier liegt ein wichtiger Unterschied. Nicht jedes Besteck, das silbern aussieht, besteht auch aus massivem Silber.
Bei versilbertem Besteck besteht der eigentliche Gegenstand aus einem anderen Metall. Auf die Oberfläche wurde lediglich eine dünne Schicht Silber aufgebracht. Solches Besteck kann hochwertig verarbeitet sein und trotzdem einen ganz anderen Materialwert haben als massives Silberbesteck.
Deshalb reicht es nicht aus, das Besteck nur nach dem Aussehen zu beurteilen. Auch eine aufwendige Verzierung oder ein bekannter Hersteller sagt zunächst nichts darüber aus, wie viel Silber tatsächlich enthalten ist.
Was bedeuten WMF, Bruckmann und Wellner?
Auf älterem Besteck finden sich häufig Namen wie WMF, Bruckmann oder Wellner. Solche Hersteller haben über viele Jahrzehnte Besteck und Tafelgeräte hergestellt, die heute noch in vielen Haushalten zu finden sind.
Der Hersteller kann bei der Einordnung eines Bestecks hilfreich sein. Entscheidend für den Edelmetallankauf ist aber zunächst, aus welchem Material die einzelnen Teile tatsächlich bestehen und welchen Silbergehalt sie haben.
Gerade bei älteren Services kann es deshalb sinnvoll sein, nicht nur nach dem Markennamen zu schauen, sondern die einzelnen Stücke auf Punzen und Materialangaben zu prüfen.
Das Gewicht des Bestecks ist nicht automatisch das Silbergewicht
Ein häufiger Irrtum besteht darin, das gesamte Besteck einfach auf die Waage zu legen und das Gewicht mit dem aktuellen Silberpreis zu multiplizieren. So funktioniert die Berechnung nicht.
Bei einem Besteckservice können verschiedene Materialien und Bauteile zusammenkommen. Außerdem enthalten manche Teile Bestandteile, die nicht aus Silber bestehen. Besonders deutlich wird das bei Messern.
Warum Messer beim Silberbesteck eine Besonderheit sind
Bei vielen älteren Silberbestecken bestehen die Griffe aus Silber, während die Klinge aus einem anderen Material gefertigt ist. Teilweise sind die Griffe außerdem gefüllt, damit sie stabiler sind und gut in der Hand liegen.
Das bedeutet: Das Gewicht eines kompletten Messers entspricht nicht dem Gewicht des darin enthaltenen Silbers.
Auch bei anderen Besteckteilen kann es Unterschiede geben. Deshalb wird bei einer fachgerechten Bewertung nicht einfach das Gesamtgewicht des gesamten Services mit dem Silberpreis verrechnet.
Was ist, wenn nur einzelne Teile vorhanden sind?
Sie müssen übrigens nicht gleich ein komplettes Besteckservice besitzen. Auch einzelne Löffel, Gabeln, Servierteile oder andere Silbergegenstände können interessant sein.
Gerade bei Erbschaften ist es normal, dass ein Service über die Jahre nicht mehr vollständig ist. Vielleicht fehlen einige Gabeln, ein Teil wurde verschenkt oder einzelne Stücke sind irgendwann kaputtgegangen.
Das macht die übrigen Teile nicht automatisch wertlos. Auch einzelne Stücke können anhand ihres Materials bewertet werden.
Silberbesteck aus einer Haushaltsauflösung
Bei einer Haushaltsauflösung wird häufig sehr schnell entschieden, was behalten, verschenkt oder entsorgt werden soll. Gerade bei älteren Bestecken lohnt sich allerdings ein genauer Blick.
In Schubladen, Vitrinen oder alten Schränken können neben dem Besteck auch Servierlöffel, Zuckerlöffel, kleine Schalen oder andere Gegenstände aus Silber liegen. Oft wurden solche Stücke über Jahrzehnte kaum benutzt und geraten deshalb beim Aufräumen erst wieder ins Blickfeld.
Wenn Sie ein Besteck aus einem Nachlass nicht mehr benötigen, sollten Sie deshalb nicht allein danach entscheiden, ob Sie es noch verwenden möchten. Eine kurze Prüfung des Materials kann zeigen, ob ein Edelmetallwert vorhanden ist.
Wie wird der Wert von Silberbesteck bestimmt?
Beim Silberankauf kommt es vor allem auf das tatsächlich enthaltene Silber an. Eine wichtige Rolle spielen deshalb der Silbergehalt und die Menge des enthaltenen Silbers.
Bei einem Besteckservice wird daher zunächst geprüft, welche Teile tatsächlich aus Silber bestehen und welche Bestandteile beispielsweise versilbert, aus einem anderen Metall gefertigt oder anderweitig aufgebaut sind.
Auch der aktuelle Silberkurs spielt für die Berechnung des Materialwerts eine Rolle. Deshalb kann der Wert eines Bestecks nicht allein anhand des Alters oder des ursprünglichen Kaufpreises bestimmt werden.
Bei NobleMetals in Bad Tölz können Sie Ihr Silberbesteck persönlich zur Bewertung vorlegen. Dabei wird geprüft, aus welchem Material die einzelnen Stücke bestehen und welcher Edelmetallwert darin enthalten ist.
Altes Silberbesteck nicht vorschnell wegwerfen
Gerade bei alten Bestecken lässt sich oft nicht auf den ersten Blick erkennen, was tatsächlich darin steckt. Ein dunkler oder angelaufener Löffel sieht vielleicht wenig beeindruckend aus, kann aber trotzdem aus Silber bestehen.
Umgekehrt kann ein besonders glänzendes Besteck lediglich versilbert sein.
Wenn Sie ein Besteck aus einem Nachlass oder einer Haushaltsauflösung besitzen und unsicher sind, können Sie es deshalb zunächst prüfen lassen. Das gilt auch dann, wenn das Service nicht mehr vollständig ist oder einzelne Teile beschädigt sind.
Unser Tipp: Suchen Sie vor dem Sortieren nach Punzen und Herstellerstempeln und bewahren Sie das Besteck möglichst vollständig zusammen. Reinigen oder polieren müssen Sie es für eine erste Einschätzung nicht.
Silberbesteck aus dem Oberland: Was tun mit geerbten Stücken?
Gerade bei Nachlässen im Oberland kommt es häufig vor, dass alte Haushaltsgegenstände erst beim Ausräumen wieder entdeckt werden. Was früher selbstverständlich zur guten Tafel gehörte, wird heute oft nicht mehr benötigt.
Vielleicht ist es ein vollständiges Service. Vielleicht sind nur noch ein paar Löffel und Gabeln vorhanden. Für die Frage nach dem Materialwert ist das zunächst kein Ausschlusskriterium.
Fazit: Erst prüfen, dann entscheiden
Geerbtes Silberbesteck muss nicht automatisch ein wertloser alter Haushaltsgegenstand sein. Punzen wie 800, 835 oder 925 geben wichtige Hinweise auf den Silbergehalt. Gleichzeitig sollte man beachten, dass nicht jedes Teil vollständig aus Silber besteht und insbesondere Messer einen anderen Aufbau haben können.
Wenn Sie altes Besteck aus einem Nachlass besitzen und wissen möchten, ob tatsächlich Silber enthalten ist und welcher Materialwert sich daraus ergibt, können Sie die Stücke fachgerecht bei uns in Bad Tölz prüfen lassen. So haben Sie eine verlässliche Grundlage, bevor Sie entscheiden, ob Sie das Besteck behalten, weitergeben oder verkaufen möchten.